Archiv der Kategorie: Anarchie

Treffen vom 09./23.Mai

Thema: Rätedemokratie und Planwirtschaft

Jetzt wirds konkret: Wie kann Räte-Demokratie organisiert werden? Wie kann eine basis-demokratische Wirtschaftsplanung im Interesse aller Individuen aussehen?

Das sind die Fragen, die wir gegenwärtig diskutieren. Als Literatur haben wir eine interne Textsammlung.

Außerdem wollen wir im Anschluss an eine Sitzung gemeinsam an der Montagsdemo auf dem Schulplatz teilnehmen: http://www.neuruppin-bleibt-bunt.de/vierte-montagsdemo-2016-am-23-05-2016-um-1800-uhr/

Treffen vom 25. April

Am Monag, dem 25. April, diskutierten wir auf Grundlage eines Textes zu:

  1. Rätedemokratische Planwirtschaft
  2. Entscheidungsfindung in der Rätedemokratischen Gesellschaft

Wir diskutierten auch über Möglichkeiten und Verlauf von Interessengegensätzen in der rätedemokratischen Planwirtschaft.

Sorgen um Korrupition und Elitebildung in der Rätedemokratie wurden ebenfalls angesprochen. Beantwortet wurden sie mit dem Verweis darauf, dass Mittel und Zweck der Korruption in einer Rätedemokratie entfallen: Womit und wofür soll bestochen werden, wenn es kein Privateigentum, also auch kein Geld gibt? Und wie soll sich an der „Spitze“ der Rätedemokratie eine neue Herrschaft entwickeln, wenn ihr die Gewaltmittel zur Durchsetzung eines herrschaftlichen Willens (der Staat) fehlen?

Abschließend besprachen wir konkrete Vorschläge über Arbeitszeitzertifikate und Gleichheitsvorstellungen. Beides wurde nicht nur als bedürfnisfeindlich und technisch schwer machbar angesehen. Auch wurde argumentiert, dass Ideen von Arbeitszeitzertifikaten (als neuem Quasi-Geld) und Gleichheitsforderungen daher kommen, dass den Überlegungen über eine alternative Gesellschaft keine richtige Kritik am Kapitalismus/an der bürgerlichen Gesellschaft vorausgeht.

So kamen wir schließlich – auch anhand thematischer Abschweifungen – zu der Einsicht, dass Diskussionen über alternative Gesellschaften nicht gut funktionieren, solange nicht der Kapitalismus (mitsamt seinen offenen und versteckten Ideologien) richtig verstanden und kritisiert ist. Und zwar nicht nur in Sachen Wirtschaft, sondern auch in Sachen: Staat, Gewalt, Geschlecht, gesellschaftliches Miteinander.

Dazu an dieser Stelle ein passendes Zitat:

„Im Übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­tische Frage stellt, ob sie weitergeht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechenschaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästigung und Schaden wahr­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachenforschung verzichtet, vertut sich womöglich im Engagement, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Bemühungen verkehrt aus. Dann vergeht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauenbuchladen verplempert und Grüne gewählt, während die Klassengesellschaft funktioniert, daß es kracht.“ (Marxistische Streit- und Zeitschrift)

Treffen vom 05. April

Am Dienstag, dem 5. April, diskutierten wir auf Grundlage eines Textes zu:

  1. Kritik der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie
  2. Entwurf einer Räte-Demokratie

Wir diskutierten über Möglichkeiten, Grenzen und Bedeutung des bürgerlichen Parlemtarismus als auch über Form und Perspektiven einer räte-demokratischen Gesellschaftsorganisation. Wie kann eine solche Räte-Demokratie erstritten werden? Schützen feste Mandate, permanente Wähl- und Abwählbarkeit sowie andere Mittel föderativer, basisdemokratischer Selbstorganisation vor neuer Herrschaft? Und wo fängt Herrschaft an und hört eine funktionelle, gewählte Autorität auf?

Weil politische Selbstbestimmung ein Unding bleibt, solange es die ökonomische Herrschaft des Privateigentums und des Klassenmonopols über die Produktionsmittel gibt, soll es beim nächsten mal um die Wirtschaftsweise einer räte-demokratischen Gesellschaft gehen. Macht mit!

 

Treffen vom 14. März

Am 14. März diskutierten wir über die Pariser Kommune, ihre Lehren und weiterführende Themen.

Zwei von uns gaben eine historische Einführung sowie einen Überblick über Marx‘ Analyse der Kommune. Zur kulturellen Bereicherung hörten wir uns außerdem eine besondere Musik-Version der Resolution der Kommunarden an.

Ganz unten auf dieser Seite findet Ihr eine kurze Einführung in das Thema und Links zu passenden Texten und Videos. Hier nun eine Übersicht über einige unserer vielen Diskussionen zum Thema:

  1. Die Pariser Kommune wirft die Frage nach dem Verhältnis von Gewalt und Politik auf. Die 72 Tage ihrer Existenz waren vom Bürger*innen-Krieg zwischen den Kommunen (kurzlebigere Versuche gabs auch in anderen Städten) auf der einen Seite und der monarchistisch / rechts-republikanischen, französischen Staatsgewalt auf der anderen Seite geprägt. Kann Gewalt eine politische Notwendigkeit sein? Welche Auffassungen zur politischen Gewalt gibt es?
  2. Die Pariser Kommune war sehr links und es waren viele Anarchist*innen und Marxist*innen an ihr beteiligt. Trotzdem brach sie nicht konsequent mit dem Privateigentum. Lag das an der kurzen Existenz unter Belagerungszustand? Wie ist das Verhältnis von politischem Bewusstsein und Klassenzugehörigkeit? Braucht es eine revolutionäre Kernorganisation?

Hier nochmal Einführung, thematische Texte und ein Bisschen Musik zum Thema:

Die Pariser Kommune

In Erwägung unserer Schwäche machtet / Ihr Gesetze, die uns knechten soll’n / Die Gesetze seien künftig nicht beachtet / In Erwägung, / daß wir nicht mehr Knecht sein woll’n. (Resolution der Kommunarden)

Im Rahmen unseres aktuellen Themas „alternative Wirtschaft / alternative Gesellschaft“ beschäftigen wir uns beim nächsten Treffen mit der Pariser Kommune:

Im März 1871 wurden die Arbeiter*innen von Paris zur Legende. Gegen Monarchist*innen, ausbeuterische Republikaner*innen und die vorrückenden Truppen des nationalistischen Bismarck erkämpften sie eine Rätedemokratie. Zwei Monate konnten sie sich halten, bevor die vereinten Kräfte der eben noch verfeindeten Staatsgewalten Deutschlands und Frankreichs sie überwältigten und massenhaft umbrachten. Während dieser zwei Monate entwickelten sie die Rätedemokratie, veranlassten Sozialisierungen der Produktionsmittel und Reichtümer und brachen mit dem Patriarchat.

Wir wollen die reiche Erfahrung der Pariser Kommune kennenlernen und diskutieren. Macht mit!

Wer vorher schon Interesse und Zeit zum Lesen findet, kann auf folgenden Seiten ein Bisschen schmökern:

Ein Youtube-Video zum Thema:

 

 

Treffen vom 15. Februar

Am 15. Februar begannen wir mit unserem neuen Thema. Nachdem wir uns nun einführend mit den wirtschaftlichen Grundlagen des Kapitalismus beschäftigt hatten, wollen wir während der folgenden Sitzungen über Möglichkeit und Formen alternativer Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren.

Wir besprachen, was uns im Detail interessieren würde und beschlossen vorerst folgende Texte als lockere Grundlage für das nächste Treffen zu lesen:

 

Treffen vom 10. Dezember

Am 10. Dezember diskutierten wir zu den Themen Herrschaft, Macht, Anarchie.

Damit setzten wir die Diskussion um Staatstheorie und Herrschaftsstrukturen fort.

Im Folgenden findet Ihr eine bunte Mischung aus Texten und Podcasts zu diesen Themen zum Einlesen und Schmökern.

Zwei Vorträge zum Hören:

Die Anarchie, der Staat und das Recht – 18 Min. – BR2 Radio Wissen

Was ist der Staat und wie organisiert er das kapitalistische Wirtschaften? – 50 Min. – Dr. Decker (GegenStandpunkt)

Ein paar kurze Texte zum Lesen:

Der bürgerliche Staat – eine Einführung

Kurze Texte zu Nation und Nationalismus von Dr. Dillmann (Politikwissenschaftlerin)