Archiv der Kategorie: Einführung i.d. Kapital

Treffen vom 01. September

Am ersten September gab es einen spontanen Themenwechsel.

Wir schoben das Thema Lohnarbeit auf und besprachen statt dessen das Thema Klassengesellschaft.

Wir diskutierten folgendes:

  • Der Begriff der Klasse hat keine Ähnlichkeit zu Begriffen wie Schicht oder Milieu. Bei Klasse geht es nicht um die Beschreibung politischer und kultureller Einstellungen oder um die Schichtung von verschieden hohen Einkommen. Es geht bei Klasse um die Erklärung der Rolle im gesellschaftlichen Produktionsprozess.
  • Die Ideologie der Leistungesgesllschaft ist eine falsche Erklärung der kapitalistischen Produktionsweise und ein bedürfnisfeindliches und fachlich unsinniges Ideal.
  • Einkommen sind im Kapitalismus abhängig von der Qualität des eigenen Privateigentums. Im Endeffekt sind alle Einkommensarten vom Funktionieren des großen Kapitalwachstums abhängig.

Mehr zum Thema Klasse und Einkommen:

Ein Vortrag zum Thema Eigentum, Klassen und Einkommen: Wer verdient warum wie viel? Über die Einkommen in der bürgerlichen Gesellschaft und ihre Quellen.

Was Marx zum Thema Klassen geschrieben hat: Arbeiter*innen-Klasse und Kapitalist*innen-Klasse

Ein Text darüber, weshalb es Klassen noch gibt bzw. was an den gängigen Gegenargumenten falsch ist: Die Misere hat System: Kapitalismus, Kapitel 8, Einfach Klasse? Warum’s die Arbeiterklasse noch gibt, auch wenn niemand über sie reden will

Treffen vom 2. Februar

Am 2. Februar besprachen wir die abschließenden Thesen unseres Thesenpapiers zu Kapitalismus, internationalem Handel und TTIP. Heißt: Thesen 17 bis 21 samt Schluss- und Bonusteil.

Hier nur einige der vielen Interessanten Diskussionspunkte:

  1. (These 17) Die Ausweitung der ökonomischen Macht von Kapital und Standort kennt keine geographischen, sondern gesellschaftliche Grenzziehungen. Es geht dabei um die Ausdehnung der Sektoren warenförmiger Produktion unter Einfluss des Standort-Kapitals. Dies liegt genauso bei Erschließung neuer Staatsgebiete fürs Kapital vor, wie bei Ausdehnung der warenförmigen Produktionsweise in bereits eroberten Gesellschaften. Schlagwörter sind: Privatisierung, ursprüngliche Akkumulation = Enteignung von Subsistenzmitteln der Bevölkerung.
  2. (These 19) In der globalen ökonomischen Konkurrenz sind Vorhersagen über das zu erwartende Konkurrenzergebnisses entweder grob und unzuverlässig oder gänzlich unmöglich. Zum einen gibt es Effekte der ’sich selbst erfüllenden Prohezeiung‘. Zum anderen gibt es in einer Konkurrenz-Ökonomie keine Strategie des sicheren Erfolgs sobald alle oder die meisten Konkurrenz-Teilnehmer*innen davon wissen. Dann wird die jeweilige ökonomische Wunderstrategie lediglich zum neuen Konkurrenzstandard.
  3. (These 21) Jetzt zum Schluss nochmal die bedeutende Einsicht vom Anfang des Thesenpapiers. Kapitalismus ist eine Veranstaltung des Staates, weil kein Privateigentum ohne politische Gewalt existiert. Das Kapital steht nicht über dem Staat. Lässt sich ein Staat scheinbar von Kapitalbesitzenden erpressen, dann steht in Wahrheit ein anderer Staat hinter den Ansprüchen des fordernden Kapitals.

Produktivkräfte

Es tauchte die Frage nach der Produktivkraft auf – was ist das?

Ich habe bei meinen Recherchen Folgendes gefunden –

  1. Jeder von euch kann natürlich bei WIKIPEDIA und Co .nachlesen
  2. Marx schreibt im ersten Band des Kapital Dietzverlag 1973 Seite 54:

„Die Produktivkraft der Arbeit ist durch mannigfaltige Umstände bestimmt, unter anderen durch den Durchschnittsgrad des Geschickes des Arbeiters, die Entwicklungsstufe der Wissenschaft und ihrer technologischen Anwendbarkeit, die gesellschaftliche Kombination des Produktionsprozesses, den Umfang und die Wirkungsfähigkeit der Produktionsmittel, und durch Naturverhältnisse.“

  1. Im kleinen politischen Wörterbuch Dietzverlag ebenfalls 1973 Seite 676:

„Produktivkräfte: Die Gesamtheit der subjektiven und gegenständlichen Faktoren des Produktionsprozesses sowie deren zusammenwirken bei der Produktion materieller Güter.“ Dann folgen Erläuterungen dieser Aussage.

Weitere Erklärungen für den Begriff Produktivkraft sind in neueren Werken von Ökonomen, Philosophen mir nicht bekannt. Konkrete Text der Neuzeit benutzen zwar das Wort, was mir suggeriert, dass sie diese Deutung übernehmen.